Alte Freunde

Alte Freunde sind etwas Verlässliches. Du hast sie, sie haben dich – wir haben uns. Wir nehmen Anteil und leben unser Leben. Hätten wir uns nicht, wären wir auf das Ich zurück geworfen. Kein Du, kein wir, kein ihr.

Was halten Sie von One-night-stands? Nein, ich spreche jetzt nicht über Sex.

Brainfucking – in den Geist des Anderen eintauchen für eine Nacht. Es nehmen, wie es kommt. Zu reden und zu tanzen. Bei sich bleiben und sich veräußern. Eine sozialen Raum zu betreten und ihn nach ein paar Stunden wieder zu verlassen.

An dieser Stelle möchte ich nicht den ZEIT-Redakteur geben, aber wenn Sie Pierre Bourdieu gelesen haben, bekommt der ’soziale Raum’ mehr Hintergrund – denke ich.

Granpasso – ein großer Schritt. Ohne alte Freunde wäre er unmöglich.

Um neue Räume zu betreten sind alte Freunde unerlässlich. Wissen Sie jetzt warum ich nicht von Sex in einem One-night-stand spreche? Die eigenen Bedüfnisse sind eine Sache – das Wir bisweilen eine andere.

Intimität kann eine Frage von Zeit sein – manchmal ist sie nach ein paar Stunden erledigt. Sie kann Jahre dauern, obwohl wenige Stunden genügt hätten.

Die Jahre hätte es dann allerdings nicht gegeben.

20 Jahre widerlegen diesen Ansatz.

Eine dunkle Bar in Sparta

Sie war dunkel die Bar in Sparta, in die mich mein griechischer Freund auf Zeit bestellte. Er kündigte Einen an, der dann auch kam. Langer Bart – düstere Gestalt mit freundlichen Augen. Er sprach nur Griechisch. Eine Sprache, der ich folgen kann – allerdings nur unter Mühen – da sind Missverständnisse nicht ausgeschlossen.

Missverständnisse sind in meiner Muttersprache ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Er hantierte mit Feuerzeugen – sprach über die Ordnung auf dem Tisch. Am Ende war sein Feuerzeug meines – efcharisto.

Er sprach immer nur griechisch. Ich konnte ihm kaum antworten – was soll ich sagen? Jas, jamas, ochi, ne, paragallo, efcharisto … mein aktiver Wortschatz war eng.

Mögen mich die Griechen für einen von ihnen halten – ich bin Deutscher. Kein Grund darauf stolz zu sein – am liebsten bin ich Europäer.

Er jedenfalls gab mir eine Lektion über Grundsätzliches – die Ordnung auf dem Tisch und die Verteilung von Feuerzeugen gehörten unbedingt dazu. Was mich am Ende überraschte war sein makelloses Deutsch. Offenbar war es seine Muttersprache.

Drucklos und klar vernehmbar kam es über seine Lippen: “Auf Wiedersehen”

Ein Moment der Wertschätzung – ganz ohne Zweifel auf beiden Seiten.

Les oiseaux de la nuit

Le petit knife

Er lachte höhnisch, der Soldat auf Madagaskar, der mich in schwere Bedrängnis brachte und ich offerierte ihm mein Taschenmesser als Pfand – Victorinox – gefertigt in der Schweiz. “Le petit knife.” Wieder und wieder wiederholte er diesen Satz und ließ mich schließlich gehen. Als ich zurück kam, um das petit knife gegen Vorlage meines Passportes einzutauschen, war er gerührt. So gerührt wie es ein Soldat eben sein kann.

Warum ich das schreibe? Nun – manche Geschenke sind sehr persönlich. Dicht am Körper getragen, nicht immer ohne Malaisen.

Es wird Benzin sein, das mich auf einer Maschine mit Zwei Zylinder Vau auf zeihundert Kilometer pro Stunde treiben wird.

Nadra!

Nada mas.

Matjesfilets und die Ansichten eines Clowns.

http://www.youtube.com/user/balkan4esa

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