Monsieur le President
Deutschland ist jenes Land, das mir gegen Geld bescheinigt sein Staatsbürger zu sein. Dafür stehen mir die deutschen Botschaften im Ausland offen – nach Anmeldung auf jeden Fall und die simple Feststellung ‘civis germanus sum’ kann mich schlimmstenfalls aus dem Gröbsten raushauen.
Monsieur le President – Herr Wulff aus Niedersachsen – was Sie heute abgeliefert haben ist dem deutschen Volk nicht würdig. “Ich lerne noch” – entschuldigen Sie bitte Herr Wulff, wenn es um Format geht, ist es mit Lernen nicht getan. Ihre charakterliche Prädisposition scheint eine bedenkenlose zu sein. So richtige Sauereien würden Sie nicht machen. Schließlich lernen Sie noch.
Sie sind offenbar zu jung und ihre Chancen jemals alt genug für dieses Amt zu werden erscheinen mir eher schlecht.
Berlin – Herr Wulff – Berlin ist offenbar nicht ihr Pflaster. Herr Wulff – ein bisserl Verfassungsgeschichte gefällig? So ein ganz klein wenig – mit wenig Prozenten? Irgendwo bei fünf Prozent scheint Ihre Grenze zu sein, wenn es um Immoblilienfinanzierung geht. Die Organisation ihre Privatlebens, Monsieur le President, c’est une catastròphe! Avanti Dilletanti!
Herr Wulff, Sie haben keine Fehler gemacht, Sie waren schlicht die falsche Wahl. Mit Joachim Gauck wäre uns DAS jedenfalls erspart geblieben. Wenn Sie noch lernen müssen scheint es an der Zeit zu sein für Deutschland, dieses Land zwischen France und Polska, den Bundespräsidenten um Rücktritt zu bitten. Christian, so geht es nicht! Chris, Chrisi, Krischi, Karsten, Kristian, Christian – Monsieur le President: Christian Wulff. Ihr Wuff ist ungefähr so stark wie das Christentum in diesem Land, Christian. ‘Gewogen und für zu leicht befunden’
Herr Schmidt? – die besten Ärzte rund um die Uhr in Helikoptern startbereit. Wann immer Sie möchten dürfen Sie eine Zigarette rauchen und am Schnupftabak wird es ncht mangeln. Das uns ausgerechnet der Herr Wulff dazwischen kommen muss? Herbert Wehner hätte den in der Pfeife geraucht. Onkel Herbert!
Onkel Herbert, jener Onkel der alle Aspekte eines Onkelz als Politiker in sich vereinigte?
Es war meiner Generation noch vergönnt Herbert Wehner im Deutschen Bundestag zu erleben. Herr Wuff; Sie haben über 400 Fragen beantwortet sagen sie; Herr Wulff, eine Frage unter Freunden: “Was halten Sie von Herbert Wehner?” Herr Wuff was wissen Sie von Bismarck, den Wilhelms, Weimarer Republik, die Präsidenten dazu lassen sich googeln, Hindenburg?
Herr Wulff, wir werden vermutlich niemals Freunde und jetzt verlassen Sie bitte dieses Amt.
Freunde habe ich gute, der Herr Bundespräsident sollte bitte nicht sämtliche Standards erhobenen Hauptes unterschreiten – danke, es reicht.
Frauen am Rande des Existenzminimums
Manche Frauen, so scheint mir haben ihren Sartre gelesen und wurden Existenzialisten. Sie haben Entscheidungen getroffen. Keine Entscheidungen mit denen frau reich wird aber Entscheidungen die sich Frau im Spiegel morgens gefallen lassen konnte. Die für Bukowski Verständnis haben und ihr Gesicht im Spiegel – so wie sie sind.
Also das Bankkonto ist ein heikles Thema, aber da habe ich schon schlechteres gesehen. Chapeaux Mesdames!
Es wird Zeit für eine weibliche Armee: Ihr schlagt nicht sofort den Schädel ein sondern ihr sucht nach Wegen, exakt diese blöde Situation zu umgehen. Das mit dem Umbringen ist ja auch nicht witzig: Verdun – Ohama Beach – Stalingrad – Berlin. Nee, also witzig war das wirklich nicht. Heute würden sie euch auf Reha schicken – irgendwo zwischen den Seenplatten von Mecklenburg. Damals klingelten sie euch ans Band. Heute hängt neben jedem Bett eine Klingel – verrückt, oder was?!
Ich habe etliche Kulturen in meinem Leben gesehen, habe sie studiert ihnen fasziniert über die Schulter gesehen, schließlich sind wir von einer Rasse. Jene Kulturen, die auf eine strikte Trennung zwischen Mann und Frau achteten waren mir stets die liebsten. Ob das jetzt Bali, die Iban oder eine Polin war. Oder eben eine Berliner Polizistin in Kampfmontur. Eine Frau agiert einfach anders. Deswegen gibt es Männer. Damit sich die Frauen vermehren können. Tja – Jungs so sieht es aus.
Till Schweiger in einem Mercedes 300SL aus den Fuffzigern. Nitribit oder Moritz Bleibtreu?
Frauen am Rande des Existenzminimums sind die letzte Bastion des Sozialstaates. Dieser Bastion werden sie treu bleiben. Sie sind sozialer und sie lieben uns.
It takes two to win one race.
Unterredung westlich von Warschau
In einem Hotel nahe dem Dom zu Köln saß ich nun, Geschäftspartner um mich herum. In Visionen bin ich nicht schlecht. Sie müssen jetzt allerdings Geld abwerfen – Kohle generieren – Mäuse machen. Die Miesen sind beglichen und der Eisberg schmilzt. Coming back to business. Blickkontakte – Körpersprache – möchten Sie das Steak medium oder eher british medium? Wir sind Europäer – between France et Polska um genau zu sein. Meine Mutter wurde aus Olztyn vertrieben, einige meiner Großonkels oder wie auch immer dieser Verschwandaftsgrad zu titulieren ist fielen in Verdun. Und darüber, dass Ausschwitz in Polen liegt möchte ich nicht allzu viele Worte machen.
Arbeit macht frei!
Diese Satz wurde auf eine Art und Weise desavouiert, die mir bis heute das Blut in den Adern gerinnen lässt. Er ist wahr und warum, bitte warum? Warum hängt er über dem Eingangstor von Ausschwitz? Das soll mir mal einer erklären. Der hängt dort, wurde zwischenzeitlich gestohlen. Wiedergefunden – wieder aufgehängt – hängt er dort immer noch.
Arbeit macht frei
Wenn es den Nazis gelungen sein sollte, diesen Satz zu pervertieren, dann bitte, dann werde ich meine Muttersprache dort finden, wo meine Mutter geboren wurde oder dort wo sie vielleicht ein Mal hin wollte. Geboren in jener Stadt, die Nikolaus Kopernikus zu Ergebnissen führte, die bis heute gültig sind.
Zehn bis fünfzehn Prozent Rechtsradikale sind normal, die müssen wir aushalten ob es uns passt oder nicht. Aber von diesem braunen Mob lass ich mir einen Satz nicht desavouieren:
Arbeit macht frei
Das tut sie in der Tat-yes indeed.
Na gehören’s’ wann i mer den Satz klauen lass, kann i mi friedlich beerdigen lassen. Das wollte ich nicht und das will ich nicht.
Arbeit macht frei
Der Arbeit gebührt Ehre. Scheiß egal wieviele Mäuse den Besitzer wechseln. Die Arbeit entfesselt den Menschen vom Sklaven. Sie macht ihn zu einem selbstbestimmten Menschen. Das klingt jetzt eher esoterisch. Aber solange ich genug Kohle auf dem Konto habe, kann ich machen was ich will. Das ist der Deal des Westens. Care of yourself, as long as you do it, the sate will ask no silly questions. Jetzt haben sich offenbar einige leitenden Köpfe des guten alten deutschen Arbeitsamts ein bisschen zu viel USA rein gezogen. Ich will hier nicht von Kokain sprechen, obwohl es mich daran erinnert. Aber man kennt das ja, Seminare, Visionen und Workshops. Klar wir können das Alles auch ganz Anders machen. Dann bitte lasst uns daran arbeiten. Ich kann es nicht Alleine stemmen.
Ich war 24 als ich den Altar von BMW am Himmel von München gesehen habe. Katholisches Bayern unterm Himmel über München; mit einem Wort: Branding
BMW – und ein politischer Kopf am Ende des dritten Semesters. Ein geborener Bayer begegnet einer bayerischen Ikone. Ich werde die Geschichte von BMW drehen – vielleicht. Erklärt uns Euren Gott! Was machte den Dreizylinder in München mit diesem Signum auf dem Dach zum Insignum? Was?
Weil ihr lieber Kaffee trinken gegangen seid als Nietzsche zu lesen, oder Kant, oder Marx! Von Excerpeten mussten wir notwendigerweise damals Einiges verstehen. Sonst hätte es mit dem Kaffee nicht geklappt. Seien wir uns unserer Stärke bewussrt und möge uns der Glaube an Arbeit nicht flöten gehen.