Unterredung westlich von Warschau
In einem Hotel nahe dem Dom zu Köln saß ich nun, Geschäftspartner um mich herum. In Visionen bin ich nicht schlecht. Sie müssen jetzt allerdings Geld abwerfen – Kohle generieren – Mäuse machen. Die Miesen sind beglichen und der Eisberg schmilzt. Coming back to business. Blickkontakte – Körpersprache – möchten Sie das Steak medium oder eher british medium? Wir sind Europäer – between France et Polska um genau zu sein. Meine Mutter wurde aus Olztyn vertrieben, einige meiner Großonkels oder wie auch immer dieser Verschwandaftsgrad zu titulieren ist fielen in Verdun. Und darüber, dass Ausschwitz in Polen liegt möchte ich nicht allzu viele Worte machen.
Arbeit macht frei!
Diese Satz wurde auf eine Art und Weise desavouiert, die mir bis heute das Blut in den Adern gerinnen lässt. Er ist wahr und warum, bitte warum? Warum hängt er über dem Eingangstor von Ausschwitz? Das soll mir mal einer erklären. Der hängt dort, wurde zwischenzeitlich gestohlen. Wiedergefunden – wieder aufgehängt – hängt er dort immer noch.
Arbeit macht frei
Wenn es den Nazis gelungen sein sollte, diesen Satz zu pervertieren, dann bitte, dann werde ich meine Muttersprache dort finden, wo meine Mutter geboren wurde oder dort wo sie vielleicht ein Mal hin wollte. Geboren in jener Stadt, die Nikolaus Kopernikus zu Ergebnissen führte, die bis heute gültig sind.
Zehn bis fünfzehn Prozent Rechtsradikale sind normal, die müssen wir aushalten ob es uns passt oder nicht. Aber von diesem braunen Mob lass ich mir einen Satz nicht desavouieren:
Arbeit macht frei
Das tut sie in der Tat-yes indeed.
Na gehören’s’ wann i mer den Satz klauen lass, kann i mi friedlich beerdigen lassen. Das wollte ich nicht und das will ich nicht.
Arbeit macht frei
Der Arbeit gebührt Ehre. Scheiß egal wieviele Mäuse den Besitzer wechseln. Die Arbeit entfesselt den Menschen vom Sklaven. Sie macht ihn zu einem selbstbestimmten Menschen. Das klingt jetzt eher esoterisch. Aber solange ich genug Kohle auf dem Konto habe, kann ich machen was ich will. Das ist der Deal des Westens. Care of yourself, as long as you do it, the sate will ask no silly questions. Jetzt haben sich offenbar einige leitenden Köpfe des guten alten deutschen Arbeitsamts ein bisschen zu viel USA rein gezogen. Ich will hier nicht von Kokain sprechen, obwohl es mich daran erinnert. Aber man kennt das ja, Seminare, Visionen und Workshops. Klar wir können das Alles auch ganz Anders machen. Dann bitte lasst uns daran arbeiten. Ich kann es nicht Alleine stemmen.
Ich war 24 als ich den Altar von BMW am Himmel von München gesehen habe. Katholisches Bayern unterm Himmel über München; mit einem Wort: Branding
BMW – und ein politischer Kopf am Ende des dritten Semesters. Ein geborener Bayer begegnet einer bayerischen Ikone. Ich werde die Geschichte von BMW drehen – vielleicht. Erklärt uns Euren Gott! Was machte den Dreizylinder in München mit diesem Signum auf dem Dach zum Insignum? Was?
Weil ihr lieber Kaffee trinken gegangen seid als Nietzsche zu lesen, oder Kant, oder Marx! Von Excerpeten mussten wir notwendigerweise damals Einiges verstehen. Sonst hätte es mit dem Kaffee nicht geklappt. Seien wir uns unserer Stärke bewussrt und möge uns der Glaube an Arbeit nicht flöten gehen.
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