Alter Fuchs am Telefon
Das Telefon auf meinem Schreibtisch klingelte. Ein alter Fuchs ist am Apparat, der vor Jahren einen anderen Fuchs witterte in einer rein geschäftlichen Beziehung – wie man so schön sagt.
“Sie sind zurück? Was für eine Freude! Es war ja einiges los in den letzen zwei Monaten. Auf französisch kriege ich es jetzt nicht ganz hin, aber auf deutsch heißt es so schön, wenn die Katze nicht im Haus ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen – mit anderen Worten Sie haben nichts verpasst in den letzten acht Wochen.”
Ich lächle und sage ihm, “Ich weiß, dass Sie sich freuen.” Überschlage den Betrag, den er von mir erhält und bleibe bei 50.000 Euro stehen.
Dieses Geld ist nicht mein Geld, es ist das Geschäftsgeld eines Angestellten – weder hafte ich dafür noch bin ich pleite wenn sich die Erwartungen in diese Kohle nicht erfüllen werden.
“Sagen Sie mal, ich habe hier einen Bericht ihres Chefs auf dem Tisch liegen.”
“Aha,” sage ich, “das ist ja interessant.”
“Wie kann ich Ihnen da weiterhelfen?”
“Ich kenne Ihren Chef nicht, aber ich kenne Sie! Und deswegen frage ich Sie! Ihr Vorgesetzter wünscht von mir Änderungen, die ich aus fachlicher Sicht für Unsinn halte.”
Es folgt eine längere Begründung.
“Wie soll ich auf diese Korrekturwünsche reagieren?” fährt er fort mit seinen 55 Jahren. “Sie kennen Ihren Chef. Deswegen frage ich Sie,” fordert er eine kluge Einschätzung ein.
Eine kluge Einschätzung für die er jede Berechtigung hat, diesen Herren schätze ich sehr. Also bekommt er sie.
“Ja, Sie haben Recht, ich habe – ihn kennengelernt.” entgegne ich.
Das Ausrufezeichen zwischen den Zeilen quittiert er mit einem lauten Lachen. Der Mann ist Nichtraucher, das weiß ich, aber wäre er Raucher würde er jetzt an einem Zigarillo ziehen. Dieser Herr fädelt Geschäfte in der Ukraine ein auf seriöser Basis. Ich kenne meine Pappenheimer, wie es so schön heißt.
Mangels Zigarette stehe ich auf und gehe ans Fenster.
“Sie wollen von mir eine Antwort?” “Ja, ich will von Ihnen eine Antwort.” “Schreiben Sie es so hin, wie er er es ihnen angeordnet hat. Wenn er es so will, dann will er es so! Das habe ich in mehreren Zusammenhängen erlebt. Wenn er es so will, dann will er es so!”
“Wer zahlt, schafft an – das ist die Geisteshaltung, die hier vorherrschend ist.” Der Selbständige versteht und wir können getrost die Maske zur Seite legen. Damit war alles Wesentliche gesagt. Die Flut an Informationen, die dieser Herr – einer der honorigen, alten Schule – keine Frage – danach über mich ausgoß war einfach fabelhaft.
Wie haben viel gelacht. Eines jener Lachen, wo mir jedenfalls klar war: “Und wenn dir der Arsch auf Grundeis geht. Das willst du nicht verraten” – it’s a ‘Gentlemens Agreement’ – so eine Art Loge.
Den Satz: “Wenn er es so will, will er es so.” quittierte er regelmäßig mit Neuigkeiten.
Der Typ sieht tatsächlich einem der beiden Alten aus der Loge der Muppets-Show verblüffend ähnlich.
Hochverehrtes Publikum, was meint Ihr mit wem ich in meinem Leben öfter verglichen wurde als mit sonst was anderem – richtig – Waldorf und Stattler.
Es gibt Telefonate, die lassen dich innerlich eine kesse Sohle aufs Parkett legen.
Es war wie der Tanz von Waldorf und Stattler.
Danach waren wir beide einen deutlichen Schritt weiter.
Er beendete das Gespräch mit einem Satz, der wie eine Rose ist nach einem gelungenen Tanz.
“Ich bin froh, den Kapitän wieder auf Deck zu sehen.”
Sollte dieser Herr jemals mit meiner Vorgesetzten sprechen, bin ich bei den Bedingungen dabei, soviel ist klar. Das wird er nicht tun, vermutlich nicht.
Aber er kennt jetzt eine saubere Analyse meines Arbeitsumfeldes – ungeschminkt – die Ansichten eines Clowns, der die Schminke abstreift und beim Griff nach dem Weinbrand einen Tigel Gesichtscreme in der Hand hat.
Wir sind im Geschäft.
Positivismus
Und wenn uns jetzt diese ganze Scheiß-Geschichte mit Fukushima schlicht einen Weg weißt. Wenn der Wind nicht dreht und dieser ganze Scheiß Tokio eben nicht um die Ohren fliegt? Wer hat dann gewonnen, die Märkte – der Nikkei-Index – der Dollar? Wie abgewichst seit ihr eigentlich? Freunde der Finanzen!!????
Es hängt jetzt wohl im Wesentlichen schlicht von der Windrichtung ab. Nach welchem Wind wollt ihr eigentlich euer Mäntelchen hängen. Jener der nach Tokio weht oder jener auf den Pazifik – den Stillen Ozean?
Ist es jetzt eine Frage der Spekulation?
Da rebelliert der Norden Afrikas und eine very advanced civilization answers with: “Apokalypse now”
Geschichte – den Historikern in 100 bis 200 Jahren wünsche ich viel Spaß. Sie könnten sich bedienen – hoffentlich finden sich genug.
Wenn sie jetzt den DAX-Kurs wissen wollen, gehen sie auf eine Website ihres Vertrauens.
Auf meine DAX-Kommentar hatte ich in guten Tage über 50.000 Zugriffe. Ja genau, das habe ich irgendwann mal gemacht – das ist eine Weile her. Es sind lediglich Nano-Gramm, aber ich trage dafür Verantwortung, dass sie die Börse nicht mehr so ernst nehmen. Das ist ein gigantisches Schauspiel. Tag für Tag werden Milliarden bewegt. Und du gehst nach Hause und wiegst 50 Euro in deiner Hand.
Kostprobe gefällig?
Börse am Abend
DAX behält gute Laune bei – Babcock-Pleite fast abgeschlossen
Die gute Laune ließ sich der DAX am Nachmittag nicht verderben. Er behielt seine Gewinne auf hohem Niveau und brachte es um 17:05 Uhr auf ein stolzes Plus von 2,18 Prozent. Der junge TecDAX veranstaltete eine der ersten Rallyes seines Lebens und entzückte die Anleger mit gewonnenen 3,51 Prozent. Wer nun glaubt, das hätten die deutschen Indizes tollen Kurssprüngen an der Wall Street zu verdanken, der irrt ausnahmsweise. Der Dow Jones ließ es mit plus 0,45 Prozent ruhig angehen und der technologielastige Nasdaq Composite zeigte mit plus 1,26 Prozent nicht die Gipfelstürmerqualitäten seines deutschen Kollegen.
Börse am Morgen
Börse am Mittag
Die Tops und Flops der deutschen Indizes
Börse am Abend*
Nicht zu stoppen war am Mittwoch die Aktie von Infineon. Die steigenden Weltmarkt-Preise für die Speicherelemente, die das Münchener High-Tech-Unternehmen produziert, begeisterten die Anleger und sie schoben das Papier mit plus 7,20 Prozent auf Platz eins im DAX. Dahinter platzierten sich Linde, plus 5,34 Prozent, und MLP mit einem Kursgewinn von 4,85 Prozent. Der Börsenkeller war schlecht besucht: Zu den wenigen Gästen zählten Henkel, minus 2,35 Prozent, Altana, minus 1,75 Prozent, und die Post mit einem Verlust von 0,56 Prozent.
Fast abgeschlossen ist eine der größten Pleiten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Vor einem Jahr musste der Maschinenbaukonzern Babcock-Borsig Insolvenz anmelden, nun steht der Verkauf des Servicebereichs unmittelbar bevor, wie der Vorstandschef Horst Piepenburg mitteilte. Ist der Deal perfekt, hat man den Konzern, der 111 Jahre alt wurde, endgültig abgewickelt. Dabei konnte man aber offenbar einiges retten. Piepenburg zog mit den Worten Bilanz: „Wir haben die Babcock-Kerngeschäftsfelder Kraftwerksbau, Umwelttechnik und Service gesund erhalten und in neue Hände geben können. Das macht uns schon ein wenig stolz.“ Es sei gelungen 18.000 der weltweit 21.000 Arbeitsplätze zu erhalten. Dabei sei das neue Insolvenzrecht, das eine „Insolvenz in Eigenverwaltung“ vorsieht, sehr nützlich gewesen, so Piepenburg. “Wir konnten die meisten bestehenden Aufträge abwickeln sowie neue Geschäfte akquirieren”. Dies sei vor allem deshalb möglich gewesen, weil die Eigenverwaltung aus dem US-amerikanischen Insolvenzrecht als Chapter 11 international bekannt sei, fuhr der Spitzenmanager fort.
Leer ausgegangen seien allerdings die Aktionäre, räumte Babcock-Chef Piepenburg ein. Die mussten bei der letzten Vollversammlung im Mai diesen Jahres sogar ihr Essen selbst mitbringen. Denn das Unternehmen in das sie ihr Geld gesteckt hatten, sah sich außerstande für das leibliche Wohl seiner Eigentümer zu sorgen. Dementsprechend traurig sieht die Kursentwicklung in den letzten Jahren aus. Die Papiere, die im März 2001 noch für 21 Euro gehandelt wurden, waren am Mittwoch gerade noch 22 Cent wert. Auf dem Aktionärstreffen Ende Mai gestand Piepenburg ein: „Die Aktien der Babcock Borsig AG sind heute wertlos.“ Das stimmt nicht ganz. Die 22 Cent, die heute auf dem Kurszettel standen, übertrafen den gestrigen Schlussstand um stolze 37,50 Prozent.
Einen kräftigen Schluck Tequilla dürfte sich so mancher Mitarbeiter bei den mexikanischen Zulieferern von VW gönnen. Dort stehen nämlich 6.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Am Montag hatte Volkswagen Mexiko angekündigt, man werde pro Tag 23 Prozent weniger produzieren. Um zu verhindern, dass 2.000 mexikanische Kollegen ihren Sombrero nehmen müssen, soll es nun Lohnkürzungen geben. Die Produktion muss gedrosselt werden, weil sich der in Mexiko für den nordamerikanischen Markt produzierte Jetta und der für den Weltmarkt gebaute New Beetle schlecht verkaufen. Außerdem steht ein Klassiker, der nur noch in der mexikanischen Provinz Puebla gefertigt wird, vor seinem endgültigen Aus: Der letzte VW-Käfer rollt in diesem Monat vom Band. Das sollte uns hierzulande einen Schluck zum Abschied wert sein. Denn, Hand aufs Herz, wenn Papa und Mama damals nicht diesen treuen Begleiter mit Boxermotor gehabt hätten, hätte so mancher nie das Licht der Welt erblickt. Ein Lichtblick war am Mittwoch die VW-Aktie, die um 2,08 Prozent nach vorne rollte.
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This is an open hand
Yet and still … wie hart das Holz ist aus dem wir geschnitzt sind ahnte ich nicht – Tropenholz. Entlegene Ecken und die Dichte des Gewebes ist ungewöhnlich – Tropenholz.
Keine Texte nach eins?
Drei Minuten nach eins und der Schlaf will die Hand offen halten.