Ein preußisches Dorf
Am Nachmittag eines Ostersonntags nicht willkommen zu sein. Schnell musste ich diese Feststellung treffen und bin gegangen – eine Runde durchs Dorf zu drehen. Es ist ein brandenburgisches Straßendorf. Zu beiden Seiten stehen die Gebäude in einer Reihe. Das Schloß aus dem etwa 18. Jahrhundert in der Mitte. Mit einem Park der immer noch davon zeugt, sie wussten zu leben. Auf Kosten vieler anderer, die um sie herum gewohnt haben. Aber wie sind sie damit umgegangen? Wie haben sie sich dazu gestellt, dass andere weit aus weniger hatten als sie? Was die Preußen in den Augen eines Bayern können, und das sind meine, ist, Parkanlagen zu bauen. Darin waren sie großartig – die Preußen. So spaziere ich durch ein Dorf in der Nähe von Vehlefanz und denke nach. Ich muss sehr viel denken in diesen Tagen. Darüber, ob ich mich verrannt habe, woher die nächste Kohle kommt, auf der nicht steht: “Die kommt vom Staat!”
Ein Schloss, viele Wohnhäuser darum herum. Kleine Bauernhöfe und klar erkennbare öffentliche Einrichtungen, die etwa ein Jahrhundert auf dem Buckel haben, können auch 150 Jahre sein.
Auf dem Friedhof liegt alter preußischer Landadel: von Trotha (oder doch von Trotta, von wegen Margarete von Tohta), von Bülow. Ich mag alte Friedhöfe. Das hat jetzt mit morbid eher weniger etwas zu tun.
Dieses morbide Straßendorf sieht so aus – fast so aus, zumindest sehr ähnlich – wie ein Dorf meiner Ahnen.
Eine Schule, Kirche, Dorfkrug eventuell mit Tanzboden, eine Haltestelle für Busse oder ähnliches, Gemeindehaus, Feuerwehr – Schloß mit Park, Gemeindewaage nebst Backhaus. Und Getreidesäcke, die über Mauern fliegen und in Kellern verschwinden. Er ist einsam dieser Nachmittag eines Ostersonntags. Seine Erkenntnisse, sind nicht von jener Art, die man freudig begrüßt. Aber diesen Erkenntnissen muss ich mich stellen. Wenn du mitte März riechst, bis Mitte April wird es noch mal sehr kalt, dann zieh dich warm an.
Das Szenario, auf das ich letztlich stieß, war mir von Anfang an klar: “Die JMutter der janzen Chose darf ich nach Hause fahren.” Und so kam es dann auch: Ich war gewiss nicht erfreut, aber ich dachte mir: hab’ ick ett doch jewusst. Blöderweise konnte sie ihrer Tochter nicht ganz erklären, was es mit dem großen Kino auf sich hat. Vielleicht liegt es auch an mir, ein Freund des ganz großen Kinos. Einer der das Wort Kintopp noch kennt. Cinma, la maison de la lumière magique.
Der Heimweg wird anstatt 50 Kilometer, 150 betragen. Ich erfahre viel über eine Familie, die nicht meine ist. Die leben noch, im Gegensatz zu den Grabsteinen auf dem Friedhof. Ob sie jetzt ‘Hurra’ schreien oder nicht – sie leben noch. Was mussten sie nicht alles überstehen und leben noch. Neben mir sitzt eine Dame, deren Urenkel, mich mit knapper Handbewegung verabschiedet hat, mit seinen 8 Jahren. Tja, ja, Familie – nicht meine. Obwohl es meine sein könnte. Fragen sie mich bitte nicht nach Familiengeschichten. Also da kann es richtig grausam werden. Geradezu gruselig, um nicht zu sagen Morbid.
Wo viel Schatten ist, ist das Licht nicht fern. Das ist die andere Seite. Ohne die das Versus nicht denkbar wäre.
An dieser Stelle gehen mir vermutlich die Leserquoten flöten. Jetzt wird es Kryptisch. Fassen Sie sieben Stunden in xxxxx² Zeilen zusammen. Kein Wunder, dass ich an Schlaflosigkeit leide. “Wir werden wohl eher Freunde.” Fast war ich mir sicher, sie wird sich mit der kleinen Lösung begnügen.
Nachwuchskräfte
Sie ist nicht begeistert davon, ihre Wohnung jetzt alleine zu renovieren. Wenn sie diesen Umstand darlegt, geht ihr die Contenance flöten. Hascherl – armes Hascherl. Was ist die eigene Kraft wert? Welchen Stellenwert hat sie? Jene Kraft, die außer dir niemand streitig machen kann. Sie mag ihren Niederschalg in akademischen Titeln finden oder in Beobachtung. Magister Artium. M.A. Es war Zufall, es hat sich einfach so ergeben. Mir wurde gedruckt auf Elefantenhaut eine derartige Urkunde überreicht an einem lausigen Tag im Januar. Dazu jedenrfalls konnten sie sich durchringen, geklöppelt auf feinem Papier, welcome to the pleasure-dome. Ich bin an Doorkeepern vorbei geschlichen – schleich Di! Das hätte wirklich schief gehen können – es hätte so etwas von schief gehen können. Das Ganze hier – es ist es aber nicht! Es hätte so etwas von schief gehen können. Es ist schlicht. Nicht schief gegangen. Ich hatte schlicht Glück!
“You have a strong guidance.” She said. Probably she is true. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, wer auch immer, aber dieses Leben geschenkt zu bekommen, ist schon eine Wucht. Ich mag dieses fucking ‘Drehbuch’. It is the story of my life. Und ich bin sehr glücklich mit meinen 45 Jahren. Ich habe keine Ahnung, wann es vorbei ist. Gestern war der 14. Februar. Vor einem Jahr bin ich für drei Wochen in ein Krankenhaus gegangen – Osteomyelitis, chronisch. Mediziner unterscheiden zwischen Chronisch und Akut. Bei mir war es chronisch. Ich kann mich an den jungen Arzt erinnern, der neben mir stand und mir sagte: “Ich habe schlechte Nachrichten für Sie.” Ich sagte, ’schießen sie los.’ As far as I can remember. Macht der Typ eigentlich Karriere? Was wurde eigentlich aus jenen Ärzten, die mich damals behandelt haben. Und aus den Schwestern? Da gab es wirklich coole Bräute. Mit anderen Worten: Eine süße Physiotherapeutin, die dich mit knapp 45 die Treppe rauf und runter begleitet ist selbst für einen Großstadtsingel kein Grund auszurasten. Mein Gott – die macht ihren Job. Das sich etwas Herzblut darin verhakt hat sollte für eine anständige Bezahlung genügen. Tut es aber nicht. Es tut es einfach nicht.
Arbeit macht frei
Nach einem Jahr ist es wohl an der Zeit:
http://n106.de/?p=540
Meine Nachbarn meinen, ich stünde vor den Scherben meines Lebens – mag sein. Es ist ein wunderschöner Scherbenhaufen geworden. Das meine ich.
Danke für jene Gefäße, die trocken und heil geblieben sind. Und – faith – danke für die Schöneberger: Faith!
Müder Platzhirsch
Er dreht das Glas mit Brandy in seinen Händen. Der Mercedes-Schlüssel liegt hinter ihm, akkurat ausgerichtet zur Tischkante. Er ist der Besitzer dieses Anwesens – eine Art Lou Zifer. Er hat es auf mein Mädchen abgesehen. Wäre sie mein Mädchen, hätte er gute Chancen. Sie erweist sich als meine Frau – was seine Chancen zunichte macht.
Mit Impressarios habe ich Erfahrung. Ihre Unfähigkeit Kredite zurüch zu zahlen ist nicht legendär – eher ein Trauerspiel.
Wer immer nur Recht behalten will, wird möglicherweise an dem scheitern, der Recht hat. Es gibt nun mal berechtigte Forderungen. Daran führt kaum ein Weg vorbei. Wenn dir eine einen bläßt dann addiere bitte nicht Forderungen. Der Akt ist selbstlos. Seine Erfüllung gilt dem Wir und erwächst dem Ego. Wer geht schon gerne unbefriedigt vom Platz?
Das gilt für die Frau ebenso wie für mich als Mann. Ich teile das Bier mit ihr und lehne den Kräuterlikör ab – zu billig! Manchmal ist es schlicht wichtig, nüchtern zu bleiben.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und die Griechen gehen baden. Freunde, die, die ihr mit Füßen tretet, haben einen entscheidenden Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte geleistet. Was hat Deutschland in den Jahren zwischen 400 und 200 vor Christus vorzuweisen? Eben! Ja, richtig, damals gab es Deutschland noch nicht. Griechenland ebenfalls nicht.
Was ich vermisse, ist Respekt. Das Wissen darob eines gemeinsamen Weges. Wer immer nur an die eigene Brieftasche denkt, sollte sie an einer Autobahntankstelle liegen lassen. Kali nichta