Innere Sicherheit

Der Innenminsister macht ein ernstes Gesicht. So ein ernstes Gesicht wie die zwei Polizisten in blau, die mir auf dem S-Bahnhof Friedrichstraße entgegenkommen. Um den Leib tragen sie kugelsichere Westen,  die Splitter abwehren. Einer trägt vor der breiten Brust eine vollautomatische Waffe, die nach beiden Seiten übersteht – ein Maschinengewehr.

Vor mir tauchen Bilder auf: Flughafen München-Riem 1977. Was ich bislang nur aus dem Fernsehen gekannt hatte, sah ich damals vor mir. Ein Bulle in grün mit einer Heckler&Koch um den Hals. Oder Straßenkontrollen, die ich gebannt vom Rücksitz aus verfolgte. Mein Vater sah wohl irgendeinem Typen ähnlich, dessen mürrisches Gesicht auf einem Plakat zu sehen war, das man damals häufig sah.

Vor mir am Bahnsteig steht eine junge Frau zusammen mit ihrer Mutter. Sie lacht und sagt zu ihrer Mutti: “Boaah eh, haste den Typen mit der Wumme gesehen. So watt kenn ick nur aus Counterstrike.”

Ich denke kurz an Explosionen, umbaute Räume, dicke Wände, Druckwellen, Bersten und Splitter.

Homo ludens.

Bevor es ernst wird, wollen wir noch ein bisschen spielen. Verspielt wie wir sind.

Was ist es wert?

Ich denke schon, es ist es wert, es zu offerieren. Es ist ein Angebot. Mehr kann ich nicht tun. Wir stellen hier nicht die Frage nach der Dauer von Angeboten. Manchmal kommt der Schnee spät. Heading springtime.

Kurzer Rock

Als ich vor Lidl stand und mein Fahrrad abstellte, näherte sich eine Gruppe Menschen. Sie machten vor dem Fahrrad halt, das vor mir stand. Ein Herrenrad älteren Datums. Ich sah die drei Personen mir gegenüber und fuhr fort mein Rad abzusperren. Als ich fertig war war klar, hier steht mir vermutlich eine Mutter mit ihrer Mutter und ihrem Sohn gegenüber. Die Mutter trug einen kurzen Rock und bei diesen Beinen wäre es wirklich schade gewesen, sie hätte etwas anderes getragen. “Meinst du wirklich du kannst dieses Rad mit dem kurzen Rock fahren.” frug ihre Mutter.  Sie zögerte, der Sohn grinste – oder vielleicht wird er in ein paar Jahren grinsen.

“Es ist alles eine Frage der Technik.” sagte ich und hoffte ihr damit beispringen zu können. Diese Frau so schien es mir, hat ein bisserl Beistand verdient.

“Genau! Du weißt doch, meine Röcke waren nie länger.”

Zu recht.

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