Fullmoon
Nehmen wir mal an sie war blond, große blaue Augen und wenn ich ihr gegenüber saß, fiel mir bisweilen mehr ein, als mit ihr zu quatschen.
“Du wirst immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.” Sagte sie, und ihr blondes Haar schimmerte als ich sie von hinten gehen sah. Ich drehte mich um und machte mich alleine auf den Heimweg. Der Platz in ihrem Herzen mag mir ja sicher gewesen sein, aber ich war draußen, alleine, und fror. Und in manchen Fällen habe ich sie sogar geliebt.
Wochen später gehe ich auf ein wie auch immer geartetes social event. Ihr schimmerndes Haar war nicht zu übersehen. Neben ihr steht ein hübscher Kerl mit rehbraunen Augen. “Ist er nicht süß?” höre ich. “Ist er nicht zum Knuddeln?”
Mir ist zwar eher zum Kotzen als zum Knuddeln, aber wohl erzogen, wie ich nun mal bin, sage ich: “Ja, der ist wirklich nett.” Später in der Nacht fahre ich zumindest nicht mehr alleine nach Hause, denn ich habe einen derartigen Affen im Gepäck, dass ich froh bin, mein Rad am nächsten Tag in intaktem Zustand zu finden.
Immerhin.
Mehr kannste vom Leben manchmal nicht verlangen.
Und der große Wagen wird bis ans Ende meiner Tage ein α einrahmen.
Ja, die gab es auch, jene Momente, als sie mich gefragt hat, ob ich mit ihr schlafen möchte. Dafür bin vor allem einer dankbar. Für den kleinen Napoleon in mir einer der wenigen Gründe, warum man die Stadt Hannover nicht in Schutt und Asche legen sollte. Dort ist sie geboren.