Müder Platzhirsch

Er dreht das Glas mit Brandy in seinen Händen. Der Mercedes-Schlüssel liegt hinter ihm, akkurat ausgerichtet zur Tischkante. Er ist der Besitzer dieses Anwesens – eine Art Lou Zifer. Er hat es auf mein Mädchen abgesehen. Wäre sie mein Mädchen, hätte er gute Chancen. Sie erweist sich als meine Frau – was seine Chancen zunichte macht.

Mit Impressarios habe ich Erfahrung. Ihre Unfähigkeit Kredite zurüch zu zahlen ist nicht legendär – eher ein Trauerspiel.

Wer immer nur Recht behalten will, wird möglicherweise an dem scheitern, der Recht hat. Es gibt nun mal berechtigte Forderungen. Daran führt kaum ein Weg vorbei. Wenn dir eine einen bläßt dann addiere bitte nicht Forderungen. Der Akt ist selbstlos. Seine Erfüllung gilt dem Wir und erwächst dem Ego. Wer geht schon gerne unbefriedigt vom Platz?

Das gilt für die Frau ebenso wie für mich als Mann. Ich teile das Bier mit ihr und lehne den Kräuterlikör ab – zu billig! Manchmal ist es schlicht wichtig, nüchtern zu bleiben.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und die Griechen gehen baden. Freunde, die, die ihr mit Füßen tretet, haben einen entscheidenden Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte geleistet. Was hat Deutschland in den Jahren zwischen 400 und 200 vor Christus vorzuweisen? Eben! Ja, richtig, damals gab es Deutschland noch nicht. Griechenland ebenfalls nicht.

Was ich vermisse, ist Respekt. Das Wissen darob eines gemeinsamen Weges. Wer immer nur an die eigene Brieftasche denkt, sollte sie an einer Autobahntankstelle liegen lassen. Kali nichta

Monsieur le President

Deutschland ist jenes Land, das mir gegen Geld bescheinigt sein Staatsbürger zu sein. Dafür stehen mir die deutschen Botschaften im Ausland offen – nach Anmeldung auf jeden Fall und die simple Feststellung ‘civis germanus sum’ kann mich schlimmstenfalls aus dem Gröbsten raushauen.

Monsieur le President – Herr Wulff aus Niedersachsen – was Sie heute abgeliefert haben ist dem deutschen Volk nicht würdig. “Ich lerne noch” – entschuldigen Sie bitte Herr Wulff, wenn es um Format geht, ist es mit Lernen nicht getan. Ihre charakterliche Prädisposition scheint eine bedenkenlose zu sein. So richtige Sauereien würden Sie nicht machen. Schließlich lernen Sie noch.

Sie sind offenbar zu jung und ihre Chancen jemals alt genug für dieses Amt zu werden erscheinen mir eher schlecht.

Berlin – Herr Wulff – Berlin ist offenbar nicht ihr Pflaster. Herr Wulff – ein bisserl Verfassungsgeschichte gefällig? So ein ganz klein wenig – mit wenig Prozenten? Irgendwo bei fünf Prozent scheint Ihre Grenze zu sein, wenn es um Immoblilienfinanzierung geht. Die Organisation ihre Privatlebens, Monsieur le President, c’est une catastròphe! Avanti Dilletanti!

Herr Wulff, Sie haben keine Fehler gemacht, Sie waren schlicht die falsche Wahl. Mit Joachim Gauck wäre uns DAS jedenfalls erspart geblieben. Wenn Sie noch lernen müssen scheint es an der Zeit zu sein für Deutschland, dieses Land zwischen France und Polska, den Bundespräsidenten um Rücktritt zu bitten. Christian, so geht es nicht! Chris, Chrisi, Krischi, Karsten, Kristian, Christian – Monsieur le President: Christian Wulff. Ihr Wuff ist ungefähr so stark wie das Christentum in diesem Land, Christian. ‘Gewogen und für zu leicht befunden’

Herr Schmidt? – die besten Ärzte rund um die Uhr in Helikoptern startbereit. Wann immer Sie möchten dürfen Sie eine Zigarette rauchen und am Schnupftabak wird es ncht mangeln. Das uns ausgerechnet der Herr Wulff dazwischen kommen muss? Herbert Wehner hätte den in der Pfeife geraucht. Onkel Herbert!

Onkel Herbert, jener Onkel der alle Aspekte eines Onkelz als Politiker in sich vereinigte?

Es war meiner Generation noch vergönnt Herbert Wehner im Deutschen Bundestag zu erleben. Herr Wuff; Sie haben über 400 Fragen beantwortet sagen sie; Herr Wulff, eine Frage unter Freunden: “Was halten Sie von Herbert Wehner?” Herr Wuff was wissen Sie von Bismarck, den Wilhelms, Weimarer Republik, die Präsidenten dazu lassen sich googeln, Hindenburg?

Herr Wulff, wir werden vermutlich niemals Freunde und jetzt verlassen Sie bitte dieses Amt.

Freunde habe ich gute, der Herr Bundespräsident sollte bitte nicht sämtliche Standards erhobenen Hauptes unterschreiten – danke, es reicht.

Unterredung westlich von Warschau

In einem Hotel nahe dem Dom zu Köln saß ich nun, Geschäftspartner um mich herum. In Visionen bin ich nicht schlecht. Sie müssen jetzt allerdings Geld abwerfen – Kohle generieren – Mäuse machen. Die Miesen sind beglichen und der Eisberg schmilzt. Coming back to business. Blickkontakte – Körpersprache – möchten Sie das Steak medium oder eher british medium? Wir sind Europäer – between France et Polska um genau zu sein. Meine Mutter wurde aus Olztyn vertrieben, einige meiner Großonkels oder wie auch immer dieser Verschwandaftsgrad zu titulieren ist fielen in Verdun. Und darüber, dass Ausschwitz in Polen liegt möchte ich nicht allzu viele Worte machen.

Arbeit macht frei!

Diese Satz wurde auf eine Art und Weise desavouiert, die mir bis heute das Blut in den Adern gerinnen lässt. Er ist wahr und warum, bitte warum? Warum hängt er über dem Eingangstor von Ausschwitz? Das soll mir mal einer erklären. Der hängt dort, wurde zwischenzeitlich gestohlen. Wiedergefunden – wieder aufgehängt – hängt er dort immer noch.

Arbeit macht frei

Wenn es den Nazis gelungen sein sollte, diesen Satz zu pervertieren, dann bitte, dann werde ich meine Muttersprache dort finden, wo meine Mutter geboren wurde oder dort wo sie vielleicht ein Mal hin wollte. Geboren in jener Stadt, die Nikolaus Kopernikus zu Ergebnissen führte, die bis heute gültig sind.

Zehn bis fünfzehn Prozent Rechtsradikale sind normal, die müssen wir aushalten ob es uns passt oder nicht. Aber von diesem braunen Mob lass ich mir einen Satz nicht desavouieren:

Arbeit macht frei

Das tut sie in der Tat-yes indeed.

Na gehören’s’ wann i mer den Satz klauen lass, kann i mi friedlich beerdigen lassen. Das wollte ich nicht und das will ich nicht.

Arbeit macht frei

Der Arbeit gebührt Ehre. Scheiß egal wieviele Mäuse den Besitzer wechseln. Die Arbeit entfesselt den Menschen vom Sklaven. Sie macht ihn zu einem selbstbestimmten Menschen. Das klingt jetzt eher esoterisch. Aber solange ich genug Kohle auf dem Konto habe, kann ich machen was ich will. Das ist der Deal des Westens. Care of yourself, as long as you do it, the sate will ask no silly questions. Jetzt haben sich offenbar einige leitenden Köpfe des guten alten deutschen Arbeitsamts ein bisschen zu viel USA rein gezogen. Ich will hier nicht von Kokain sprechen, obwohl es mich daran erinnert. Aber man kennt das ja, Seminare, Visionen und Workshops. Klar wir können das Alles auch ganz Anders machen. Dann bitte lasst uns daran arbeiten. Ich kann es nicht Alleine stemmen.

Ich war 24 als ich den Altar von BMW am Himmel von München gesehen habe. Katholisches Bayern unterm Himmel über München; mit einem Wort: Branding

BMW – und ein politischer Kopf am Ende des dritten Semesters. Ein geborener Bayer begegnet einer bayerischen Ikone. Ich werde die Geschichte von BMW drehen – vielleicht. Erklärt uns Euren Gott! Was machte den Dreizylinder in München mit diesem Signum auf dem Dach zum Insignum? Was?

Weil ihr lieber Kaffee trinken gegangen seid als Nietzsche zu lesen, oder Kant, oder Marx! Von Excerpeten mussten wir notwendigerweise damals Einiges verstehen. Sonst hätte es mit dem Kaffee nicht geklappt. Seien wir uns unserer Stärke bewussrt und möge uns der Glaube an Arbeit nicht flöten gehen.

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