Ein Parkplatz im November

Parkplätze im November. Vor dir ein Baumark, riesengroß, links ein Möbelhaus XXL, rechts öffnet sich das Gelände ein wenig und gibt den Blick auf Wohnblocks frei, die mit gefühlten 20 Etagen in den Himmel ragen. ‘Shoes for you’ am Horizont. Ein Weißkohl wandert durch die Kollektion Winterstiefel. Und der Weißkohl wandert in eine Plastiktüte.  Gelbschwarz und drauf steht ‘Netto’. Der Park von Sanssouci kann sogar über Asphalt Bestand haben – brutto.

Ich bleibe bei Stefan Stoppok, der von einem “Zauberhaftes Biest” schrieb.

Rutsch mir den Buckel runter
Aber rutsch nicht auf deinen Knien
Jetzt hast Du ja alles gebeichtet
Und ich hab dir alles verziehn

Spar dir doch die Details
Die will ich wirklich nicht wissen
Es hat sicher was mit fremden Betten zu tun
Und mit französischen Küssen

Hör auf zu weinen
Und sag nicht, es tät’ dir leid
Du willst wissen, ob ich jetzt sauer bin
Offen gestanden – nein
Diese ganze Herz-Schmerz-Schnulze
Die bildest du dir ein

Oh Mann
Was tun wir uns an
Gesellschaftsspiele, und wenn die vorbei sind
Was dann?

Da gäb es ein Dutzend Sünden
Ganz abgesehen von den leichten
Nur muß ich dir leider sagen
Ich hab’s nicht so mit dem Beichten

Was wir tun, tun wir freiwillig
Das ist doch kein Knast und keine Kaserne
Doch wenn du schon hier bei mir sein willst
Dann sei es doch bitte gerne

Sonst finden wir uns wieder
Irgendwann irgendwo in der Psychatrie
Es gibt nun mal Momente
Wo man am Ende mit seinem Latein ist
Wie mühsam ist es zu untersuchen
Wer von uns das größere Schwein ist

Die wirklich rostfreie Liebe
Existiert vielleicht doch nur in Büchern
Manche Sachen lassen sich nun einmal
Nicht Vollkasko versichern

Was wir taten war richtig
Zumindest aus unserer Sicht
Doch was kommt dabei heraus
Eine Art Mensch-ärger-dich-nicht

Es ist zum Lachen
Und trotzdem lachen wir nicht
Es war schönes Wetter gemeldet
Und nun stehn wir im strömenden Regen
Wie schaffen wir’s, uns so weh zu tun
Und trotzdem so sehr zu mögen

Dielen knarzen, Lichter brennen, Du bist  zu Hause auf einem Parkplatz im November. Du bis ohne Sorge.

Sans souci mit Widerborsten

Der Zauber vergangener Tage

Er ist dünn wie Eis im März, der Zauber vergangener Tage.

Ein zauberhaftes Biest.

Ich weiß, sie ist nicht ganz genau so
Wie ich sie manchmal seh’
Doch es ist wirklich nicht so wichtig
Daß ich sie ganz versteh’
Egal in welchem Magazin
In welcher Zeitung sie grad’ liest
Ich schau’ in die Augen von ‘nem
Zauberhaften Biest
Sie ist ‘n zauberhaftes Biest
Und ihre Art Moral
Hinterläßt weiß Gott genügend
Neider an der Zahl
Versuch es mal, sprich schlecht von ihr
Wie du dich auch bemühst
Sie ist und bleibt am Ende doch
‘N zauberhaftes Biest

Du siehst, die Schokoladenseite
Die andre sitzt sehr tief
Versteckt in ihrer Tasche
wie’n geheimgehaltner Brief
Wenn panisch jede Logik flieht
So wie sie dich begrüßt
Stell besser klar, du bist jetzt da für ‘n

Zauberhaftes Biest

Soviel zu Kratzbürsten und Widerborsten

Hiddensee

Sie ist wieder zurück mit ihren rotblonden Locken. Gut ein halbes Jahr hat sie gekellnert auf Hiddensee.  Dem Zauberstab in ihren Händen scheint diese Zeit gut bekommen zu sein. Als Hexe hat sie deutlich gewonnen. Sie ist bezaubernd schön. Konnte ihren Zauber mehren. Kann imer noch  entführen, verführen. Führen.

Sie blickte mir in die Augen und sagte: “Ich sehe etwas in deinen Augen, Du hast viel mitgemacht.” Vorher wurde sie nicht müde über den Tsunami auf meinem Kopf zu sinnieren. So titulierte sie meine Frisur heute.

Sie interpretierte den Song von Marlene Dietrich “Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, und sonst gar nichts.” zweimal. Two times.

In ihren Augen schimmert noch immer die Ostsee.

Sie ist zurück von Hiddensee. Die einzige griechische Insel unter deutscher Flagge.

Die Bundeswehr wird reduziert und dem Osten ginge es schon mal schlechter. Der Laden läuft. Ist das Politik?

Anyway.

Wer sich vor großen Frauen nicht in Acht nehmen kann, darf sich auf einiges gefasst machen. Schönheit ist bisweilen unerbittlich.

So wie die Liebe, die so kalt sein kann, wie ein Wodka dessen Glas in der Wärme beschlägt. Niemals habe ich ein Glas mit kaltem Wodka platzen gesehen. Kälte macht Glas weitaus weniger aus als Hitze. Es wird spröder unter Kälte, so weit ich weiß, platzen tut es nicht. Es springt nicht.

Zerspringt nicht.

Glaskugeln ertragen beides: Hitze und Kälte. Sie zerspringen nicht.

Sie sind Murmeln

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