Herzlich Willkommen, Kannibalen!

Ihr ratet Portugal in Richtung Junk-Bonds. Da sind die Iren bereits angekommen. Von den Griechen wollen wir gar nicht mehr reden. Ihr seid so verdammt Scheiße, Jungs in New York. Hier spricht Berlin! Jetzt ist Euch auch noch Italien aufgefallen. Ihr widert mich an. Spanien – Frankreich und bei Deutschland gibt es auch Einiges zu mäkeln. Ich will nicht mehr – es gibt Grenzen! Ihr sitzt in Euren Etagen und lauert auf Boni, auf einen neuen Ferrari oder ‘ne neue Braut.

Ihr fresst Menschenfleisch, mit Euch bin ich nicht gemein!

Eure Feuerstellen sind nicht meine. Es ist nicht meine Art, Menschen zu verzehren.

Abschied

Von sieben komma fünf Jahren verabschieden. Froh zu sein, über das was war. Was wahr war – so wahr wie manche Schmerzen sind.

“Ich bin ein Berliner”

Vor dem Rathaus Schöneberg, nach dem Bau der Mauer. JFK am Mikro. Dieser Charismatiker gab dieser Stadt mit einem Satz alles, was sie braucht. “Ich bin ein Berliner”

Es gab Monate in dieser Stadt, die hätte ich in meiner Heimat keine zwei Tage durchgestanden.

Berlin ist das beste Schleifpapier, das ich kenne.

Geeignet für Rohdiamanten und beim Feinschliff une connoisseure. Diese Stadt ist für mich, Mann, der ich bin, ein Weib. Ein Widerpart. Sie spült mir fantastische Damen vor die Füße, erhebt ihr Haupt und sagt mit fester Stimme zu mir: “Du bist der Mann, der damit umgehen kann. Ich verlange Alles von dir und werde das Verlangte schnell vergessen. Ich bin Berlin. Du weißt, wann immer Du mich brauchst, werde ich da sein. Ich bin Berlin. Ich fordere und bin.”

“Ja,” antworte ich, “aber was wird sein, wenn die Angst zu groß sein wird, dies alles zu leisten. Wenn ich es aus mir heraus nicht mehr leisten kann? Du forderst und vergißt – wer kümmert sich um meine Kräfte?”

“Du” schallt es zurück, “Du bist dafür verantworlich. Dir habe ich Witzleben gezeigt und Du hast dich dort tapfer geschlagen. Chapeau Monsieur! Und weil du einer meiner intelligenteren Bewohner bist, konntest Rheinsberg im Umland finden.”

Tja – Berlin

Eventuell fahre ich wieder Taxi.

Revolutionäre sind einsame Geschöpfe, manchmal verkümmern sie vor Ort. Manchmal wird etwas aus ihnen. Einer hat in Berlin Wurzeln geschlagen, oder Zwei.

Als ich Augschburg verließ, gaben mir liebe Menschen einen Nickname mit auf den Weg nach Berlin, ‘Veh-Guevara’. Da wohnt eine Menge Fegefeuer in habe ich den Eindruck. Aber der Weg hat sich gelohnt:

Ich bin ein Berliner.

Berlin – dieser Fluchtpunkt – der, wenn er flüchtet, zum Problem wird. Berlin ist für mich eine Herzens-Angelegenheit. Sonst hätte ich mir das niemals angetan. Es ist meine Entscheidung: “Ich bin ein Berliner.”

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