Vor die Füße gespült

Der Abend war zauberhaft – noch ein Absacker. Ich betrete das Lokal und sehe ein Gesicht. Das Mädel kennst du. She is back from Tel Aviv for two weeks – back in town. Eine der ganz harten Damen, denen du nicht zur falschen Zeit in die Quere kommen solltest. Ein harter Hund obwohl noch jung.

Ihre Begrüßung ist derart herzlich, da stockt mir schon mal der Atem. Das hatte ich nicht erwartet. Dieser harte Hund hat eine Art die kalte Schnauze zu lecken, da wird mir warm ums Herz.

Hunde und Katzen.

Es sind zu viele, die mich nicht verrecken sehen wollen.

Sie ist eine davon.

Bares bei Gott

Er war in Eile und frug nach dem Weg. Die Tasche hatte er klug geschultert für den langen Weg. Mit eine Akzent sprach er ungebrochen zu mir. Er hätte es nun mit einer ‘Schlampe’ zu tun gehabt, und bei dem Wort ‘Schlampe’ achtete er sehr auf meine Reaktion. Mit der Reaktion war er einverstanden. Es waren ernste Probleme, die diesen jungen Mann umtrieben. Er hatte kein Geld, er musste nach Stuttgart, dort arbeitet er nämlich als Pizza-Fahrer. Die letzten Nächte habe er an Orten verbracht, an die er nicht hingehört. Er braucht ein Pfarramt, denn er braucht Bares.

Das gibt ihm keine Bank und die ‘Schlampe’ sowieso nicht mehr. Dort so dachte sich dieser quirlige Mann, könnte er Geld bekommen für seine Rückfahrt nach Stuttgart.

Ich muss zu Gott – und dabei reckte sich sein Schädel bedeutungsvoll himmelwärts – aber ich finde keine Kirche – keine Büro, keine zu reden. Gelernt habe ich Deutsch zu lesen in zwei Jahren. Mir war klar er ist dafür klug genug. Wen ich ihn recht verstanden habe, hat er einfach nur gekämpft.

Das kenne ich, dachte ich mir. Er hat es in diesem Moment so Gott verdammt auf den Punkt gebracht. Dieser Mann aus Rumänien.

Zahlt Gott eigentlich manchmal in bar?

Ja, bisweilen.

Fast hätte ich ihn gefragt, ob ihm mit fünfzig Euro geholfen sei. Doch ich wollte ihn nicht zum Bettler stempeln. Du wirst dein Geld finden, dort wo es hingehört. Und blicke auf die Ollenhauerstraße wo fast jedes Auto weiß, wie es einem Schlagloch ausweichen soll.

Er huschte über die Ollenhauerstraße auf der Suche nach seinem Ziel.

Zwei Minuten an einem Donnerstagmorgen.

Wir packen das – human beings.

Draußen vor der Tür

Von Wolfgang Borchert trennen mich kaum 20 Jahr’. Draußen vor der Tür und der Schlag eines Wagens. Deswegen finden sich auf der Beifahrertür in letzter Zeit häufiger meine Fingerabdrücke.

Draußen vor der Tür – ich bin unglaublichen Frauen in meinem Leben begegnet.

Erwähnte ich es schon? Der Geschlechterkampf ist für mich beendet. Dieses Jahr werde ich 45, ich muss mich auf andere Dinge konzentrieren.

Das kann doch nicht ewig so weiter gehen.

Freunde, 45!

Nein, ich habe keine 45 Freunde, ich werde 45!

Draußen vor der Tür – eine Frage des Timings.

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