Kein Schnaps für Tamara

Sie erzählt sehr eindrücklich. Von Kopenhagen und der Zeit in Kassel. Sie als Dänin. Ich folge ihren Linien ohne sie zu suchen. Der Mann gegenüber ist ihr Mann. Respect, man! Karibische Wurzeln, dänische Sozialisation. Dänisch, englisch, französisch. Sie spricht deutsch; eine Sprache, die seine nicht ist. Dabei ist er völlig entspannt. Er ist schön. Je mehr ich ihm zu verstehen gebe, wie schön seine Frau den Abend werden lässt, desto schöner wird er.

Auf dänisch sagt sie ihm, was hier los ist. Eine grandiose Art der Bestätigung. Der Rückhalt einer sinnlichen Frau, die betrunken ist.

Wir sprechen französisch. Er und ich. It’s a tribute to a man.

Wir haben es hinter uns. Lasst es uns bitte erkennen: Das 20. Jahrhundert war keine Steilvorlage. Es war eine Warnung. Klar und deutlich. Das dürfen wir nicht wiederholen.

Das 21. ist ohne das 20. Jahrhundert nicht denkbar. Es ist keine große Geschichte. Entweder wir schaffen es mit der Zivilisation oder eben nicht.

Wir kommunizieren heute auf Wegen, welche zum Zeitpunkt meiner Geburt undenkbar waren.

Dabei sind wir über manche Zeilen nie hinaus gekommen. Warum auch? Ihre Gültigkeit lässt Kathedralen wachsen, Minarette treiben und Buddhas lächeln. Der Buschmann und ich teilen einen Blick.

Die Antwort, jene Antwort, die uns beide zusammen führt, ist geschrieben. Das wissen wir beide.

Ihr habt versucht, sie mir aus dem Leib zu prügeln, und doch, ich habe sie behalten:

Der Herr ist mein Hirte mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens Willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ganz klar: Kein Schnaps für Tamara.

Die Antworten haben wir längst. Wann hören wir auf, danach zu fragen.

We are two of a kind.

← zurück