Bares bei Gott
Er war in Eile und frug nach dem Weg. Die Tasche hatte er klug geschultert für den langen Weg. Mit eine Akzent sprach er ungebrochen zu mir. Er hätte es nun mit einer ‘Schlampe’ zu tun gehabt, und bei dem Wort ‘Schlampe’ achtete er sehr auf meine Reaktion. Mit der Reaktion war er einverstanden. Es waren ernste Probleme, die diesen jungen Mann umtrieben. Er hatte kein Geld, er musste nach Stuttgart, dort arbeitet er nämlich als Pizza-Fahrer. Die letzten Nächte habe er an Orten verbracht, an die er nicht hingehört. Er braucht ein Pfarramt, denn er braucht Bares.
Das gibt ihm keine Bank und die ‘Schlampe’ sowieso nicht mehr. Dort so dachte sich dieser quirlige Mann, könnte er Geld bekommen für seine Rückfahrt nach Stuttgart.
Ich muss zu Gott – und dabei reckte sich sein Schädel bedeutungsvoll himmelwärts – aber ich finde keine Kirche – keine Büro, keine zu reden. Gelernt habe ich Deutsch zu lesen in zwei Jahren. Mir war klar er ist dafür klug genug. Wen ich ihn recht verstanden habe, hat er einfach nur gekämpft.
Das kenne ich, dachte ich mir. Er hat es in diesem Moment so Gott verdammt auf den Punkt gebracht. Dieser Mann aus Rumänien.
Zahlt Gott eigentlich manchmal in bar?
Ja, bisweilen.
Fast hätte ich ihn gefragt, ob ihm mit fünfzig Euro geholfen sei. Doch ich wollte ihn nicht zum Bettler stempeln. Du wirst dein Geld finden, dort wo es hingehört. Und blicke auf die Ollenhauerstraße wo fast jedes Auto weiß, wie es einem Schlagloch ausweichen soll.
Er huschte über die Ollenhauerstraße auf der Suche nach seinem Ziel.
Zwei Minuten an einem Donnerstagmorgen.
Wir packen das – human beings.
Alte Freunde
Alte Freunde sind etwas Verlässliches. Du hast sie, sie haben dich – wir haben uns. Wir nehmen Anteil und leben unser Leben. Hätten wir uns nicht, wären wir auf das Ich zurück geworfen. Kein Du, kein wir, kein ihr.
Was halten Sie von One-night-stands? Nein, ich spreche jetzt nicht über Sex.
Brainfucking – in den Geist des Anderen eintauchen für eine Nacht. Es nehmen, wie es kommt. Zu reden und zu tanzen. Bei sich bleiben und sich veräußern. Eine sozialen Raum zu betreten und ihn nach ein paar Stunden wieder zu verlassen.
An dieser Stelle möchte ich nicht den ZEIT-Redakteur geben, aber wenn Sie Pierre Bourdieu gelesen haben, bekommt der ’soziale Raum’ mehr Hintergrund – denke ich.
Granpasso – ein großer Schritt. Ohne alte Freunde wäre er unmöglich.
Um neue Räume zu betreten sind alte Freunde unerlässlich. Wissen Sie jetzt warum ich nicht von Sex in einem One-night-stand spreche? Die eigenen Bedüfnisse sind eine Sache – das Wir bisweilen eine andere.
Intimität kann eine Frage von Zeit sein – manchmal ist sie nach ein paar Stunden erledigt. Sie kann Jahre dauern, obwohl wenige Stunden genügt hätten.
Die Jahre hätte es dann allerdings nicht gegeben.
20 Jahre widerlegen diesen Ansatz.
Layout
Private Texte – sie kennen das? Ganz privat. Das Netz bietet dafür genügend Möglichkeiten. Sie wissen das?
Danke für das Layout!
Wunderbares Biest. Es fällt nicht schwer, auf eine Zahl zu setzen. Die Zeit bevor sie wirklich fällt, die Zeit davor kann sehr grausam sein. Schwarz oder rot.
Paint it black.
Fragen Sie mich bei Gelegenheit nach meinem aktuellen Paßwort.
Es genügt, jeden Morgen genügt es.