Zwei Koffer

Der eine ist gefüllt, ob er geladen ist weiß ich noch nicht – 5kg bringt das Ding auf die Waage – leer.

Wieder Koffer laden zu können und sie an diese Maschine hängen zu können — zitternd vor Glück.

Da stehen zwei Koffer,

die mich ein kleines Vermögen gekostet haben. Still stehen sie da und warten auf Ladung.

Wenn sie geladen sind werden sie den Sound dieses Motors nach oben treiben, der mir Arien singt. Abi vor 25 Jahren, lange her. Auf dem ersten Abitreffen hatte ich die gleiche Frau im Kopf wie auf diesem – das ist schon verrückt und dem Himmel über Berlin geschuldet, denke ich.

Die Schuhe einer Freundin von Fischern

Mit den Schuhen, so sagte sie mir am Nachmittag, könne sie schlecht laufen. Sie seien unbeqeum, die goldenen Riemchen aus Plastik fühlen sich zwischen den Zehen nicht gut an. Meinen Kaffee hingegen hat sie goutiert – es war mir eine Freude.

Als sich ihr Feierabend näherte, rief sie mich an. Wir könnten noch auf ein Bier zum Feierabend gehen. Das musste sie mir nicht zweimal sagen. Wir trafen uns und adierten die Biere und Weine in bester Gesellschaft:

Eine MS-Spezialistin mit berückendem Dekoltée saß mir gegenüber. Die gebürtige Berlinerin sprach einen Dialekt, den ich vor fünf Monaten noch nicht von ihr gehört hatte. Knapp 20 Jahre jünger aber von einer Rasse. Als wir uns verabschiedeten, bedankte ich mich für ihr Dekoltee. So viel Stil muss sein: Es war in der Tat berückend!

Sie zog mit mir weiter, jetzt waren wir auf Sauftour, soviel war klar – elegant drinking!

Auf dem Weg zu unserer zweiten Bar fanden wir einen Stiefel am Straßenrand. Wir lachten uns beide kaputt! Sie zog ihr Handy und fotografierte diesen verlorenen Cowboystiefel – da stand tatsächlich ein einzelner Stiefel mit Halbschaft vor uns. Wir waren vergnügt und zogen weiter.

Schwul bin ich nicht, aber mit ihr an meiner Seite reüssiere ich in jeder Schwulenbar – chapeau messieurs!

Wir lüften den Hut vor der gleichen Dame; darin sind wir uns einig. Und wir waren uns auch einig darüber, dass wir sie noch einmal singen hören möchten – Bühne frei für einen Song von Marlene Dietrich – aber wirklich! Real life!

Sie sitzt an der Ecke der Straße über dem Rinnstein und erzählt und erzählt. Es gibt wenige Frauen, die mich
auf galante Weise unter den Tisch saufen, aber als sie den lauwarmen Picolo aus der Tasche holte, war es um mich geschehen. Während ich also zwischen Zigaretten und lauwarmem Piccolo den wachsamen Soldat überliste stellt sie die Schuhe mit den goldenen Riemen auf die Straße. Die braucht sie jetzt nicht mehr und wir philosophieren über das Schwarz an ihren Füßen.

“Ja”, sage ich, “ich behandle gerade meine Füße wegen den Schrunden.”

Wir verabschieden uns, ihre Schuhe bleiben stehen und die leere Packung Kippen.

Der Rest ist nicht Schweigen – sie spielte mir zwei, drei Songs via Telefon vor. Danach Schweigen – kali nichta!

Der Himmel hatte seine Verwandlung von schwarz zu blau hinter sich, als wir uns entließen am Telefon.

Ditte kann denn schon mal eine Nacht sein, wo eine Taube aufsteigt. Und die Luft unter den Schwingen spürt.

Wenn sie halt bloß nicht so zerbrechlich wären, die Dinger.

Es würde viele Nächte dauern, es ihr zu erklären, aber sie war mein letzte Wegweiser zur Hölle vor sieben Jahren.

Watch your steps, if you are walking on the gloaming coals of your past.

Sie ging barfuß nach Hause, sie rechts, ich links rum.

Schwarz zu blau. Dies Stadt ist nicht so hart wie du denkst. Ich bekenne: auf dieser Seite haben sich die Träume durchgesetzt. Und die haben häufig mit Unterhaltungschemie zu tun – aber sie sind von einer erschreckenden Impertinenz.

Summer may come – wie immer er auch endet. Eine Oper steht am Ende eines Sommers, der Anfang sieht anders aus!

In meiner Stammkneipe glänze ich durch Anwesenheit. Viel zu viel gesoffen, aber erwürgen will er mich nicht, der Alkohol.

Sorry Freunde, aber die Schönheit dieses Moments wahr zu nehmen, ist sehr wertvoll. Es war ein Unfall, der von langer Hand vorbereitet war, der mir das ermöglichte. Und ich weiß genau zwei Balken können zu weit voneinander entfernt sein. Da stimmt der Abstand schlicht nicht.

Und dann fällst du

– von engsten und Ängsten –

“Für einen Taxifahrer haben Sie es sehr weit gebracht.”

An diesem Satz war die Story für mich durch.

MEIN FREUND ICH WEIß GENAU, WER VOR DEINEM TOR STEHT. DAS BIST DU UND NICHT ICH!

JETZT HÖREN SIE MAL GUT ZU; SIE ARSCH!! SO ETWAS VERBITTE ICH MIR MIT ALLER NACHDRÜCKLICHKEIT!

Ist diese Wut mit Mitte 40 nicht einfach herrlich?

Du hast Erfahrungen gesammelt – weitaus mehr als du wolltest.

Wer mich beleidigt, fliegt raus – das war irgendwann die Baseline in meinem Taxi.

#endaxi#

#bagus#

Wer mich beleidigt, den suche ich mir persönlich aus.

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